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Thomas Bez


Privatier und Waldgänger in Mecklenburg </weblog/1472492694:0.html>

Freier Berater <http://www.tedesca.com> für Informationstechnologie, Telekommunikation und Unternehmensorganisation

Briard-Liebhaber <http://www.barnim.net/weblog/blogshow.php?blog=Barnim&end=1.12.2017> und Züchter <http://www.barnim.net>

Stationen:

Abitur an der Schule für Mathematik "Heinrich Hertz" in Berlin

Militärdienst

Studium von Mathematik und Computer Science an der Humboldt-Universität in Berlin

Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Akademie der Wissenschaften

Angestellt bei Siemens

Freier Unternehmensberater

Berlin, München, Leipzig, Riad, Paris, Frankfurt

 

 

»Nicht der Sitz allein, das ganze Land ist reizend und es ist gut da wohnen, wenn man von den Menschen kommt, wo sie ein wenig zu dicht an einander sind, und wenn man für die Kräfte seines Wesens Tätigkeit mitbringt. Zuweilen muß man auch einen Blick in sich selbst tun. Doch soll man nicht stetig mit sich allein auch in dem schönsten Lande sein, man muß zu Zeiten wieder zu seiner Gesellschaft zurückkehren, wäre es auch nur, um sich an manchen glänzenden Menschentrümmern, die aus unsrer Jugend noch übrig sind, zu erquicken, oder an manchem festen Turm von einem Menschen empor zu schauen, der sich gerettet hat. Nach solchen Zeiten geht das Landleben wieder wie lindes Öl in das geöffnete Gemüt. Man muß aber weit von der Stadt weg und von ihr unberührt sein. In der Stadt kommen die Veränderungen, welche die Künste und die Gewerbe bewirkt haben, zur Erscheinung, auf dem Lande die, welche naheliegendes Bedürfnis oder Einwirken der Naturgegenstände auf einander hervorgebracht haben. Beide vertragen sich nicht, und hat man das Erste hinter sich, so erscheint das Zweite fast wie ein Bleibendes, und dann ruht vor dem Sinne ein schönes Bestehendes und zeigt sich dem Nachdenken ein schönes Vergangenes, das sich in menschlichen Wandlungen und in Wandlungen von Naturdingen in eine Unendlichkeit zurückzieht.«

Adalbert Stifter, Der Nachsommer

 

Das Politische und das Vermischte hier nachfolgend im Weblog <http://www.tedesca.net/weblog>, unsere Hunde im Briard-Weblog <http://www.barnim.net/weblog>.

 

Kontakt: bez@tedesca.net <bez@tedesca.net>

 


Wichtige Artikel

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Corona-Krise und Digitale Revolution. In »The Great Reset« erläutert das Kapital seine Pläne für einen Westen ohne Freiheit und Demokratie
<http://www.tedesca.net/The-Great-Reset>

2. November 2020

Die neofeudale Klasse. Ein politisch-soziologischer Essay <http://www.tedesca.net/Neofeudale-Klasse>
12. März 2020

Selbstverteidigung in der digitalen Welt <http://www.tedesca.net/Digitale-Selbstverteidigung>
11. Februar 2020

Dreimal 30 Jahre. Eine Zwischenbilanz <http://www.tedesca.net/Dreimal-30-Jahre>
12. April 2019

Und wieder zeigt Köln, wohin die Reise geht <http://www.tedesca.net/Integration-vs-Assimilation>
30. September 2018

Der Faschismus, noch immer in seiner Epoche. Dogville, wieder gesehen nach 15 Jahren <http://www.tedesca.net/Dogville-revisited>
29. März 2018

Die verweigerte Rezeption eines ruhestörenden Films. Darren Aronofskys "Mother!" über die Zerstörung unserer kulturellen Identität <http://www.tedesca.net/Aronofsky-Mother>
14. Januar 2018

"Als dann die Mauer fiel und ich zum Demokratischen Aufbruch ging..." – Merkels Mut <http://www.tedesca.net/Merkels-Mut>
11. September 2017

Wider eine Spaltung der AFD <http://www.tedesca.net/Spaltung-der-AFD>
22. Februar 2017

Gedenkrituale, Machtergreifungsphantasien, Revision <http://www.tedesca.net/Denkmal-der-Schande>
21. Januar 2017

Neubeginn in Mecklenburg <http://www.tedesca.net/Neubeginn-in-Mecklenburg>
29. August 2016

Freiheit und Verantwortung <http://www.tedesca.net/Freiheit-und-Verantwortung>
4. Oktober 2014

Photographie <http://www.tedesca.net/photographie>
12. April 2004

Der Klang der Wüste <http://www.tedesca.net/Klang-der-Wueste>
12. Mai 2001

Im Land der Twin Peaks <http://www.tedesca.net/Land-der-Twin-Peaks>
9. Dezember 1995

 



Plötzlich und unerwartet

Von Thomas Bez am 24.11.2021

Wir haben einen Freund zu Grabe getragen. Wir kannten ihn noch nicht lange, erst seit wir hier draußen leben, aber wir haben ihn bald schätzen gelernt. Vielen war er wichtig. Es hätte nicht sein dürfen, daß er gehen mußte.

Er gehörte zu unserer Alterskohorte, war nur wenig älter. Nach einem fleißigen Leben gerade auf dem Weg in den Ruhestand. Im Juli geimpft, im November tot durch Herzinfarkt. "Plötzlich und unerwartet", der neue Klassiker des Jahres 2021. Da soll noch eine unerkannte Diabetes gewesen sein, daher der Infarkt, heißt es. Na also: am Herzinfarkt, mit Diabetes, da kann ja schon keine Rede mehr davon sein, daß das auch mit einer Impfung gewesen sei. Einfach ein weiterer Einzelfall und Teil einer zufällig und unerklärlich erhöhten Sterblichkeit quer durch die mittlere Altersgruppe.

Er sei nie zum Arzt gegangen, heißt es, daher die Diabetes unbemerkt geblieben. Wir wünschten, er wäre auch im Juli dem Arzt fern geblieben. Oder hätte den wenigstens gefragt, ob er in seinem Alter vielleicht eine Diabetes entwickelt haben könnte, deretwegen die Gerinnungsfaktoren vor der Impfung korrekt eingestellt sein sollten. Solche Fragen muß anscheinend auch der Laie parat haben, wenn jemand ihm die Dosis in den Arm drücken möchte. Falls in dem Moment überhaupt Zeit für solche Nickeligkeiten ist, da schleunigst verimpft werden muß was es zu verimpfen gibt.

Die Impfung soll angeblich gerade Diabetiker vor einem schlimmen Tod bewahren, und dann muß ein Diabetiker sterben, von dessen Diabetes zufällig nichts bekannt war. Absurder geht es kaum. Das Gesundheitssystem, das mit alldem gerettet werden soll, ist nur noch System im Dienst für die Goldgruben. Was für Februar 2022 in Österreich angekündigt wurde, wird im Laufe des nächsten Jahres für uns alle das neue Normal werden. Wir stellen uns darauf ein, in Beugehaft zu gehen dafür, daß wir noch ein wenig weiter leben möchten ohne an einem Infarkt und mit was auch immer zu sterben und ohne den Feind im eigenen Körper zu wissen.

Mancher aus unserem Bekanntenkreis, der sich gegen Corona impfen ließ, tat das wegen der Freiheiten, die er behalten wollte. Die Freiheiten müssen als Ersatz für Freiheit herhalten, obwohl doch Freiheiten haben gerade das Gegenteil von frei sein ist. Und mancher kommt schließlich nicht einmal in den Genuß der zugestandenen Freiheiten. So findet auch die Geschichte unseres Freundes ihre tragische Pointe: Er hatte sich nicht etwa impfen lassen um der Freiheit willen, mit dem Camper in den Urlaub nach Südfrankreich zu fahren. Solches lag ihm fern, er war sehr bodenständig und ließ sich impfen um der Freiheit willen, sich um seinen greisen Vater im Pflegeheim zu kümmern. Der konnte schlußendlich nicht einmal an der Beisetzung seines Sohnes teilnehmen.

Unsere Welt verliert Maß und Mitte, und wir betrauern einen Freund. Er hätte Besseres verdient gehabt, und wir ehren ihn, indem wir sein Schicksal bedenken.

 


Künstler, systemrelevant

Von Thomas Bez am 24.04.2021

Endlich haben sich Künstler zu Wort gemeldet. Es ist ein köstlicher Reigen, der sich da über etwas mehr als eine Stunde entfaltet <https://www.youtube.com/watch?v=_nxXQg88-YM>. Die beschwingte Stimmung wird uns wohl noch Tage erhalten bleiben. Wie beim CORONA.FILM Prolog <https://corona.film> schätzen wir das Professionelle der Produktion. Der Arbeit all der Youtube-Amateure sei Respekt erwiesen, aber wer erleuchten will, sollte selbst strahlen wie der Corona-Film oder wie diese Schauspieler bei #allesdichtmachen <https://allesdichtmachen.de>.

Freilich ist es wie in allen Gruppen des Volkes: Einige wenige trauen sich, drücken das Kreuz durch und bleiben bei dem, was sie gesagt haben, trotz drohender Repressionen bis zum faktischen Berufsverbot. Einige fallen gleich wieder um und greinen, daß es doch nicht so gemeint war, schade um sie. Einige kapitulieren, weil eine nichtkonforme Meinung in Deutschland wieder einmal Gesundheit oder Leben kosten kann. Einige bleiben zwar bei der Fahne, aber distanzieren sich hie und da ein wenig von denen, deren Zustimmung sie angeblich nicht wünschen. Auch das ist schade, denn Zersplitterung durch immer feinere Distanzierungen untergraben unsere Sache – Hanns Zischler nimmt es aufs Korn: "Ich distanziere mich in aller Schärfe von mir selbst. Ich distanziere mich von morgens bis abends."

Wenige sind in ihrer Profession so exponiert und stehen in ihrer Seniorität so weit über den Dingen, wir meinen hier insbesondere Ulrich Tukur und Jan Josef Liefers, daß sie das Gekläff öffentlich-rechtlicher Terrier nicht zu tangieren braucht. Besonderen Mut zeigen in der zweiten Reihe all jene, die nicht ohne die Aufträge des öffentlich-rechtlichen Systems leben können und die nun auch durch die gleichgeschaltete private Medienschaft leichthin boykottiert werden.

Besonders dankbar sind wir Jan Josef Liefers. Er gehört zu unserem Leben seit wir Mitte zwanzig sind und keine wichtige Inszenierung im Ostberlin der 1980er Jahre versäumt haben. Damals wurde noch wahrhaft Theater gespielt. Wir sahen ihn in verschiedenen Langhoff-Inszenierungen des Deutschen Theaters, und wir waren dabei, als er am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz seine Absage an die vorigen Machthaber vortrug. Auch damals gab es etliche Theaterkünstler, die sich gegen das Regime stellten oder wenigstens wider den Stachel löckten. Die berliner Demonstration war durch Mitglieder des DT-Ensembles organisiert. Fünf Tage darauf fiel die Mauer. Doch auch damals waren es nicht die Künstler gewesen, sondern das schlichte Volk, das zuerst die Straße besetzt hatte und von dem sich zu distanzieren damals noch nicht üblich war.

Wir werden uns an ihre Namen erinnern, wie wir uns immer noch an die erinnern, die 1989 gesprochen haben, und an die, die 1976 standgehalten haben. Künstler machen kaum eine Revolution und Ironie verstehen ohnehin nur die Wenigsten. Aber wie der Flügelschlag eines Schmetterlings kann das rechte Wort zur rechten Zeit Unerhörtes bewirken. Denn die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort.

 


Corona-Krise und Digitale Revolution

Von Thomas Bez am 02.11.2020 mit einem Kommentar

In »The Great Reset« erläutert das Kapital seine Pläne für einen Westen ohne Freiheit und Demokratie


WEF Global Shaper Hubs 2020 (Quelle: WEF)

Das Buch "The Great Reset", das ein offizielles Dokument des World Economic Forum (WEF) ist, entwirft die Realdystopie der kommenden Jahrzehnte. Die transformativen Umwälzungen durch die Digitalisierung im Rahmen der vierten industriellen Revolution werden mit einem Krieg verglichen, der tatsächlich ein Krieg gegen die eigenen Völker ist. Der zeitliche Ablauf der Ereignisse im ersten Halbjahr 2020 und die Öffentlichkeitsarbeit des WEF schaffen Evidenz für die Vermutung, daß der Great Reset ursprünglich als eine Reaktion auf den Klimawandel vermarktet werden sollte und das WEF sich im März 2020 entschied, auf das Covid-19-Narrativ umzusatteln.

Wir zeigen in diesem Essay, wie die Corona-Krise forciert und genutzt wird, um die Digitale Revolution zum Durchbruch zu bringen. Wir verdeutlichen den polit-ökonomischen Treiber für die vierte industrielle Revolution, den Grund für den bevorstehenden historischen Übergang zum Staatskapitalismus nach chinesischem Vorbild im Westen und die zu erwartenden Auswirkungen auf die Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben im Westen innerhalb der nächsten etwa 20 Jahre.

Wir warnen vor einer Verschwörung, die sich in aller Öffentlichkeit vollzieht, über die WEF und nationale Politik in frappierender Deutlichkeit sprechen, gegen die sich aber aufgrund forcierter Furcht vor einer endemischen Coronaviruserkrankung kaum Widerstand formiert. Wir empfehlen dringend, das Buch des WEF zu lesen und Schlußfolgerungen für den eigenen Widerstand daraus zu ziehen.

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Die neofeudale Klasse

Von Thomas Bez am 12.03.2020

Ein politisch-soziologischer Essay


Wassily Kandinsky, Rotes Oval, 1920
Quelle: Wikimedia Commons, Public Domain

So viel Verblendung war nie, haben wir hier kürzlich festgestellt <http://www.tedesca.net/Dreimal-30-Jahre>. Das konnten wir nicht so stehen lassen. Während wir in diesem letzten Essay, entstanden vor einem Jahr, unseren eigenen Lebenslauf politisch reflektiert und uns dabei mit unserer Unzufriedenheit mit den oberflächlichen Erscheinungen der gesellschaftlichen Entwicklung unseres Landes herumgeschlagen haben, wollen wir uns diesmal ein Stück zum Wesenskern dieser Entwicklung vorarbeiten.

1. Ausgehend von Helmut Schelskys Buch "Die Arbeit tun die anderen. Klassenkampf und Priesterherrschaft der Intellektuellen" von 1975 wollen wir den Weg einer kapitalismuskritischen, proto-sozialistischen Bewegung verfolgen, die zu jener Zeit in Westeuropa ihren Anfang genommen hatte.

2. Wir werden darlegen, daß soziologische Kategorien nicht ausreichen, um das Wirken dieser Bewegung über einen längeren Verlauf zu verstehen, insbesondere in die heutige Zeit hinein. Stattdessen werden wir zeigen, daß sich diese Bewegung als eigenständige ökonomische Klasse im marxschen Sinne formiert hat.

3. Wir werden die Traditionslinien insbesondere im 20sten Jahrhundert aufzeigen, auf die sich diese Klasse stützt und nach denen sie zu messen ist.

4. Wir werden ihre Existenzvoraussetzungen und ihr Verhältnis zur bestehenden Wirtschaftsordnung untersuchen, den Entwicklungsstand ihrer Herrschaft, und wir werden ihre Herrschaftsmittel diskutieren, wie sie sich bis heute in den westeuropäischen Staaten herausgebildet haben.

5. Und schließlich werden wir Faktoren und Entwicklungen benennen, die einen Gegenpol zur Herrschaft dieser Klasse bilden und möglicherweise zu ihrem Scheitern an der Realität führen werden.

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Wieviel Haß steckt in der freien Presse?

Von Thomas Bez am 28.02.2020


Screenshot, Quelle: FAZ/Youtube

Diesen Aufmacher zu einem Videobeitrag sahen wir gestern groß und fett auf FAZ.NET. Es gibt dieses Video weiterhin auf Youtube <https://www.youtube.com/watch?v=laKw1iofBmk>.

»Trägt die AfD eine Mitschuld an den Toten von Hanau? Wie viel Hass steckt wirklich in der Partei? Finden Sie es heraus in der neuen Ausgabe der F.A.Z. Woche.«

Wir haben nicht das Bedürfnis, uns noch von der FAZ helfen zu lassen, mehr herauszufinden. Unser Ekel angesichts dieses Bildes war groß genug. Juristisch unverfänglich: Mitschuld der AFD – Fragezeichen. Doch darüber dieses widerwärtige, infame, hetzerische Bild. HASS – schwarz-weiß-rot, mit SS-Runen. Drunter gehts ja auch garnicht mehr. Die Faust trieft, und wären die Tropfen nicht schwarz, meinten wir, es wär Blut. Worüber sagt dieses Bild etwas aus? Über die AFD nichts, aber viel über die Zeitung.

Zwölf Jahre lang waren wir Abonnent der FAZ, hatten sie einmal die beste Zeitung der Welt genannt, bis es in den bleiernen Jahren abwärts ging mit ihr und sie nach Schirrmachers Tod schnell unerträglich wurde. Schließlich machte ein Artikel eines ihrer Obersudler im April 2016 für uns das Maß voll und war Anlaß, unser Abonnement zu kündigten. (Wir stellen seinen Namen hier nicht neben den Schirrmachers.) Die FAZ wird unseren Weggang verschmerzen. Demnächst bekommt sie ja Stütze aus den Rundfunkbeiträgen. Solange die Zwangsabgaben fließen, kann man unbeschwert sudeln.

Wir haben noch weiter die FAZ im Netz kostenlos genutzt, um die Nachrichten des Tages mitzubekommen. Aber das ist wohl nicht mehr die FAZ, das sieht aus wie Der Stürmer. Uns graut bei der Vorstellung, was die geballte Medienmacht, von den offiziellen Staatsmedien über die vom SPD-Redaktionsnetzwerk gefütterten Käseblätter bis zur schon fast vollständig gleichgeschalteten Privatpresse, in den Köpfen des schlichten, verführbaren Volkes anstellt. Womöglich ähnliches wie einst der Stürmer. Schreiben bei der FAZ Haßredner? Fragezeichen.

Was bedeutet es, daß bei Youtube 400 Daumen nach oben zeigen und 2,2 Kilodaumen nach unten? (Wenn Sie auf das Bild klicken, sehen Sie auch die kleine Schrift.) Heißt das, 15% schließen sich der Behauptung des Videos und dem, was vermutlich in der FAZ Woche steht, an, aber 85% finden das, was sie da sehen, ebenso widerwärtig wie wir? Das gibt Hoffnung, dann sollten sich aber mehr als 2600 Leute zu diesem Unrat eine Meinung bilden. Ein Grund, dies hier zu schreiben.

Wir halten selbstverständlich zur einzigen verbliebenen Opposition. Wir hassen nicht, wir sind verzweifelt und lesen wieder Westpresse: die NZZ, das letzte verbliebene größere seriöse Blatt für Deutschland.


*     *     *

Das erinnert uns an unsere Jugendzeit in diesem längst untergegangenen kleinen Land im Osten. Wir waren dreizehn, vierzehn, das war also Mitte der 1970er Jahre. Die Nachbarwohnung war für niedere Chargen im diplomatischen Dienst vorgesehen. Zur genannten Zeit wohnte dort ein Angestellter der griechischen Botschaft, der die WELT bezog. In der Frühe kam immer ein unauffälliges Fahrzeug, das Westpresse an die Privilegierten auslieferte. Wir hatten die Fingerfertigkeit entwickelt, die Zeitung unbeschädigt durch den Briefkastenschlitz herauszupopeln; später optimierten wir den Prozeß und feilten einen Nachschlüssel zum Briefkasten. Unseren Eltern konnten wir mit unserer kriminellen Energie große Freude bereiten, und an den schulfreien Tagen hatten wir auch selbst den Genuß, uns bei Springer aus erster Hand über die Wahrheit zu informieren. Oder was damals für Springer die Wahrheit war. Am späteren Vormittag wurde das Blatt sauber wieder zusammengesetzt, gefaltet und fast noch jungfräulich in den Kasten zurückexpediert. Der Grieche war nett, tolerant und hat sich nie beschwert.

Abgesehen davon, daß wir die WELT und die NZZ heute leichter bekommen können, ist vieles wieder wie damals. Wir fürchten nur eben, es schalten nicht mehr genügend Leute ab. Seinerzeit wurde der oberste Hetzer "Karl-Eduard von Schni" genannt, dann hätten alle abgeschaltet. Aber hiergegen ist Herr von Schni ein Waisenknabe. Werden wir irgendwann einmal in unseren späteren Jahren doch noch in einem anständigen Land leben?

 


Selbstverteidigung in der digitalen Welt

Von Thomas Bez am 11.02.2020


Robert Delaunay, Rythme no 1, 1938
Quelle: Wikimedia Commons, Public Domain

Die Digitalisierung hat uns in den letzten zwanzig Jahren die Chance gegeben, vom Zielobjekt fremdgesteuerter Kommunikation und Publikation durch einige Wenige zum Subjekt unabhängiger Meinungsäußerung und Veröffentlichung zu werden. Andererseits überrollt uns die Digitalisierung. Sie droht uns in weiten Lebensbereichen vom Subjekt zum Objekt fremder Verfügbarkeit zu machen, uns damit von der Freiheit spätindustrieller Zeiten sozial in die Vormoderne zurückzukatapultieren. Das ist einer ihrer dialektischen Aspekte. Ein anderer ist, daß sie uns hinsichtlich Wissen und Anwesenheit in Windeseile von A nach B zu bringen vermag, unser aller Leben in den letzten zwanzig Jahren dadurch aber nicht gerade besser geworden ist. So vieles dank ihrer so billig geworden ist und dennoch das Leben nie so teuer war wie heute. Daß vieles dank ihrer so einfach geworden ist, aber wir sind ihr weder technisch noch seelisch gewachsen.

Und schließlich, was uns zur Zeit besonders beschäftigt: Der Raum für freie Rede wird wieder enger, nicht gegen Digitalisierung als Werkzeug der Befreiung, sondern durch Digitalisierung als Werkzeug der Beherrschung. Wer die Ausbreitung von Facebook, Twitter und all diese Plattformen und sozialen Medien als Demokratisierung, als Weg zu mehr Teilhabe an der öffentlichen Kommunikation empfunden hat, muß jetzt feststellen, daß die Schraube zurückgedreht wird. Wir wollen Ihnen Denkanstöße geben, wie Sie von Ihrer Freiheit in der digitalen Welt, besonders natürlich im Internet, noch ein wenig bewahren können. Das mag einen Zeitraum der nächsten fünf Jahre umfassen, die längerfrisigen technischen Entwicklungen sind kaum abzusehen, genausowenig die dann verbliebenen politischen und gesellschaftlichen Freiheitsgrade.

Wir werden hier erläutern:

1. wie wir als Person oder unabhängige Organisation in Alternative zu den fremdbestimmten Plattformen unsere Außen- und Innenkommunikation (wieder) in die eigenen Hände bekommen,

( Der Internetauftritt – Datensicherung – E-Mails – Messaging – Verschlüsselung )

2. wie wir unsere Daten und Kommunikationsmittel vor dem Zugriff der mehr oder weniger freien Wirtschaft und des Staates, vor unseren Feinden oder wer auch immer etwas von uns haben will schützen kann,

( Bewegen im Internet – Betriebssysteme – Mobiltelephone – Dienste aus der Cloud – Smart Home – Das Intranet absichern – Paßworte )

3. wie wir unsere Einstellung zur technischen Postmoderne gestalten müssen, um nicht den informationstechnischen Umwälzungen der nächsten Jahre unvorbereitet und schutzlos ausgeliefert zu sein.

( Biometrie – Auto und Verkehr – Intelligente Netze – Der digitale Fußabdruck – Das Internet der Dinge – Künstliche Intelligenz – Dystopien und die eigene Lebensfrist )

Es darf sich einer nur für frei erklären, so fühlt er sich den Augenblick als bedingt. Wagt er es sich für bedingt zu erklären, so fühlt er sich frei.

(Goethe, Maximen und Reflexionen, 44)

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Dreimal 30 Jahre

Von Thomas Bez am 12.04.2019

Eine Zwischenbilanz


Hieronymus Bosch, Der Garten der Lüste, Ausschnitt
Quelle: Wikimedia Commons, Public Domain

Die Zahl 30 ist ein Mythos. 30 Jahre nennt man ein Menschenalter, die Frist ist lang genug, um für sich genommen ein ganzes Leben zu sein. Das Leben währet aber siebzig Jahre und wenn es hochkommt, sind es inzwischen sogar neunzig Jahre. Wer auf sich achtet, kann den Turnus bis zu dreimal in seinem Leben durchlaufen, und wer im Geiste jung geblieben ist, kann aus jedem 30sten Jahr einen Paradigmenwechsel machen. Die 30 ist eine Zahl wahrhaft nach menschlichem Maß.

Das erste 30-jährige Trimester unseres Lebens lebten wir rechts von einer Mauer in einem kleinen, albernen, ernsthaften Land und bereiteten uns auf das vor, was wir von der Welt erwarten konnten. Das kam in jenem zweiten Drittel unseres Lebens, das uns ordentlich in der Welt herumführte. So lange, bis wir nach weiteren knapp 30 Jahren die nötigen Mittel uns erarbeitet hatten, aus unserem Überdruß an der erschlafften globalisierten Welt die Konsequenz zogen, allen Gewerbefleiß von uns warfen und uns ins Privatleben zurückzogen </weblog/1472492694:0.html>.

Kürzlich fand die diesjährige Münchner Sicherheitskonferenz statt, und diesmal war die Stimmung anders als in all den Jahren zuvor. Diesmal störte nicht nur der russiche Außenseiter mit einer Ansage. Zu unserer Überraschung hörten wir bittere Worte des Veranstalters, daß auf der internationalen Bühne nicht mehr wie gewohnt miteinander gesprochen wird. Sozusagen das vormals übliche Protokoll der Feindseligkeit durch eine unprotokollarische Feindseligkeit abgelöst wurde. Die globale Sicherheit sei heute so gefährdet wie seit 30 Jahren nicht mehr. Was wir schon länger wissen konnten, haben wir nun sozusagen amtlich: Die Welt ist aus den Fugen.

Wir haben das Jahr 2019, und Mitte des Jahres wird wieder das große Plappern und Schulterklopfen derer anheben, die von der Nachverwertung der Revolution vor 30 Jahren leben, an der sie keinen Anteil hatten. Und da wir schon wieder den einen oder anderen Afterwissenschaftler hören, der sich ein Zubrot mit einem Referat über die Mauer in den Köpfen verdient, wollen wir ein wenig über eine neue reale Mauer spekulieren, deren Errichtung noch vor Frist der nächsten 30 Jahre Europa erneut teilen sollte. Es gibt nichts zu feiern und wir werden hier erläutern, warum.

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Mission bald erfüllt

Von Thomas Bez am 23.11.2018


By Noborder Network - Flickr: rescue operation (off the canaries), CC BY 2.0
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14476

Glaubt jemand, unsere Machthaberin wäre noch davon abzuhalten, den Vertrag zu unterschreiben, der bald alle Schleusen für mißliebige Einwanderer öffnen wird? Dahinter stehen Interessen der wirtschaftlichen und politischen Globalisierung, denen nicht mit Petitionen beizukommen ist. Ihre Mission wird in wenigen Tagen erfüllt sein. Es ist wie das letzte Türenschlagen ihres Abtritts. Ein Türenschlagen, das man auch in hundert Jahren noch hören wird.

Ihr ist mit etlichen, nur scheinbar einsamen Entscheidungen die dritte Zerstörung unseres Landes binnen eines runden Jahrhunderts gelungen. Diese ist noch nicht so augenfällig wie die beiden zuvor, dafür aber nachhaltiger. Was den Schaden betrifft, den sie Deutschland und Europa zugefügt hat, ist sie nur an einem Kanzler vor ihr zu messen.

Das System, dem sie, selbst Fremdling, der sie ist, sich andiente, dem sie diente und das sie weitergewoben hat, bleibt uns erhalten. Die nächste Generation der Vollstrecker wird gerade an ihren Plätzen eingewiesen. Für ein Trump-Ereignis geht es dem Volk noch viel zu gut, und bis es einmal so weit sein könnte, wird es zu einem entscheidenden Teil ersetzt sein.

Biographen pflegen sich viele Dekaden lang an Spekulationen abzuarbeiten, was den einen oder anderen Potentaten möglich gemacht hat, was ihn persönlich angetrieben haben mag und in seinem zerstörerischen Tun so erfolgreich machte und wie es sein konnte, daß sich ihm so viele ergaben. Man darf gespannt sein, welche Kontinuitäten sie noch aufdecken mögen.

 


 

 

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