Seine Feinde erkennen und gesellschaftlichen Konsens erreichen

Von Thomas Bez am 05.06.2017 im Weblog Tedesca <http://www.tedesca.net>

FAZ.NET: Saat der Angst <http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/mathias-mueller-von-blumencron-15047128.html>

Wie immun ist die westliche Gesellschaft gegen den Terror der radikalen Islamisten? Was geschehen muss, damit die Saat nicht aufgeht.

Unseren westeropäischen liberalen Gesellschaften sind die natürlichen Reflexe, den Feind als Feind zu erkennen, abhanden gekommen und damit die Fähigkeit, sich ihrer Feinde zu erwehren. Es ist irrelevant, ob man die Feindschaft aus den Lehren eines konsequent zuende gedachten irregeleiteten Islam folgert oder sie als Ausdruck eines noch fundamentaleren Kampfes der Kulturen, jenseits religiöser Verortung, sieht. Diese intellektuelle Operation vollziehen unsere Gesellschaften nicht, sondern sie ergehen sich mehrheitlich (je urbaner, desto schlimmer) im Konsum der Wonnen einer außer Kontrolle geratenen Globalisierung, die wir Westeuropäer erfunden haben, die sich aber längst gegen uns selbst gewendet hat. Not täte eine sanktionsbewehrte und von breitem gesellschaftlichen Konsens getragene Unterscheidung nach assimilationswilligen und -fähigen Fremden und solchen, die niemals Teil unserer Gesellschaften werden. Solange wir solchen Konsens nicht erreichen, haben wir noch weiter zu leiden.