Traumziel Renationalisierung und neue Bündnisse

Von Thomas Bez
19.10.2017 09:29 UTC neu
im Weblog TedescaNet

Artikel auf FAZ.NET: Die EU und ihr hohes Ross

Bei einem „harten“ Brexit verlieren alle – deshalb sollte das starke Brüssel auf das geschwächte London zugehen. Nur so lässt sich ein Showdown im Herbst vermeiden.

 

Eines werden die EU-europäischen Betonköpfe, die alles tun, um das Erreichen des Verhandlungsziels zu torpedieren, vielleicht erreichen: Der Zerlegung der multipolaren Welt in handliche Stücke viel mehr Vorschub zu leisten, als sie sich vorstellt. Das alte Kontinentaleuropa in der Mitte zwischen einem atlantischen und einem eurasischen Block, das ist doch fein. Das gibt Gelegenheit zur Rückbesinnung auf wahre europäische Werte und Stärken und kann Ausgangspunkt für bilaterale Abkommen auf der Ebene der Nationalstaaten werden. Deutschland wird in der Nach-Merkel-Ära, also nicht gleich, aber Äonen werden es auch nicht mehr sein bis dahin, vielleicht wieder zu Verstand kommen und eines der Länder in einer ansonsten weit heruntergewirtschafteten EU sein, die für bilaterale Beziehungen etwas in die Waagschale zu werfen haben. Und wenn wir an anderer Stelle lesen, 260 Pfund pro Haushalt Mehrkosten: das ist ja billiger als unsere Energiewende. Ein Dexit wäre uns doch da sehr recht.