"Als dann die Mauer fiel und ich zum Demokratischen Aufbruch ging..."

Von Thomas Bez am 11.09.2017 im Weblog Tedesca <http://www.tedesca.net>

Merkels Mut

FAZ.NET am 10.9.2017: Die Kanzlerin im Gespräch : Wir brauchen Mut <http://www.faz.net/aktuell/politik/bundestagswahl/angela-merkel-im-interview-wir-brauchen-mut-15191126.html>

Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel über den Kampf gegen Hass und Feigheit. Sie beschreibt, wie wichtig dabei Sprache ist. Und was Europa gewinnen kann.


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In der DDR mit meiner Arbeit in der theoretischen physikalischen Chemie habe ich nur sehr wenige Menschen getroffen. Eigentlich nur in der Freizeit, sonst nur die Kollegen. Den wesentlichen Teil des Tages habe ich damals schweigend und denkend verbracht. Als dann die Mauer fiel und ich zum Demokratischen Aufbruch ging, merkte ich, wie gerne ich mit anderen Menschen spreche.

Gar nicht mag ich, wenn Menschen sich nicht trauen, einem etwas ins Gesicht zu sagen, sondern hintenherum reden.

Da spricht sie, die mutige Funktionärin, die die Zeiten, da man wirklich Mut gebraucht hätte, denkend und schweigend verbrachte und kaum Menschen, sondern nur ein paar Kollegen traf. Das "Mädchen", das sich unter die Fittiche Kohls vorarbeitete, und ihm dann im rechten Moment mithilfe dieser Zeitung mutig das Messer in den Rücken stieß. (Dies natürlich nur metaphorisch gemeint, Kohl hat ja noch fast zwei Jahrzehnte überlebt.) Das ist in ihren Augen natürlich nicht "hintenherum".

Wir müssen um Verzeihung bitten, wir schreiben diese kleine Wortmeldung nach der Lektüre nur einer von sieben Seiten auf FAZ.NET, aber mehr lesen wir von Merkel-Interviews eh nie. Mutig finden wir immerhin, hier das Kommentieren zu erlauben, und die Kommentare, die wir vollständig genossen haben, zeigen uns, daß die Kanzlerin hier wohl nicht viele Anhänger hat. Wer, um Himmels willen, wählt sie dann, wenn es die Leser dieser Zeitung nicht sind?