Plötzlich und unerwartet

Von Thomas Bez am 24.11.2021 im Weblog Tedesca <http://www.tedesca.net>

Wir haben einen Freund zu Grabe getragen. Wir kannten ihn noch nicht lange, erst seit wir hier draußen leben, aber wir haben ihn bald schätzen gelernt. Vielen war er wichtig. Es hätte nicht sein dürfen, daß er gehen mußte.

Er gehörte zu unserer Alterskohorte, war nur wenig älter. Nach einem fleißigen Leben gerade auf dem Weg in den Ruhestand. Im Juli geimpft, im November tot durch Herzinfarkt. "Plötzlich und unerwartet", der neue Klassiker des Jahres 2021. Da soll noch eine unerkannte Diabetes gewesen sein, daher der Infarkt, heißt es. Na also: am Herzinfarkt, mit Diabetes, da kann ja schon keine Rede mehr davon sein, daß das auch mit einer Impfung gewesen sei. Einfach ein weiterer Einzelfall und Teil einer zufällig und unerklärlich erhöhten Sterblichkeit quer durch die mittlere Altersgruppe.

Er sei nie zum Arzt gegangen, heißt es, daher die Diabetes unbemerkt geblieben. Wir wünschten, er wäre auch im Juli dem Arzt fern geblieben. Oder hätte den wenigstens gefragt, ob er in seinem Alter vielleicht eine Diabetes entwickelt haben könnte, deretwegen die Gerinnungsfaktoren vor der Impfung korrekt eingestellt sein sollten. Solche Fragen muß anscheinend auch der Laie parat haben, wenn jemand ihm die Dosis in den Arm drücken möchte. Falls in dem Moment überhaupt Zeit für solche Nickeligkeiten ist, da schleunigst verimpft werden muß was es zu verimpfen gibt.

Die Impfung soll angeblich gerade Diabetiker vor einem schlimmen Tod bewahren, und dann muß ein Diabetiker sterben, von dessen Diabetes zufällig nichts bekannt war. Absurder geht es kaum. Das Gesundheitssystem, das mit alldem gerettet werden soll, ist nur noch System im Dienst für die Goldgruben. Was für Februar 2022 in Österreich angekündigt wurde, wird im Laufe des nächsten Jahres für uns alle das neue Normal werden. Wir stellen uns darauf ein, in Beugehaft zu gehen dafür, daß wir noch ein wenig weiter leben möchten ohne an einem Infarkt und mit was auch immer zu sterben und ohne den Feind im eigenen Körper zu wissen.

Mancher aus unserem Bekanntenkreis, der sich gegen Corona impfen ließ, tat das wegen der Freiheiten, die er behalten wollte. Die Freiheiten müssen als Ersatz für Freiheit herhalten, obwohl doch Freiheiten haben gerade das Gegenteil von frei sein ist. Und mancher kommt schließlich nicht einmal in den Genuß der zugestandenen Freiheiten. So findet auch die Geschichte unseres Freundes ihre tragische Pointe: Er hatte sich nicht etwa impfen lassen um der Freiheit willen, mit dem Camper in den Urlaub nach Südfrankreich zu fahren. Solches lag ihm fern, er war sehr bodenständig und ließ sich impfen um der Freiheit willen, sich um seinen greisen Vater im Pflegeheim zu kümmern. Der konnte schlußendlich nicht einmal an der Beisetzung seines Sohnes teilnehmen.

Unsere Welt verliert Maß und Mitte, und wir betrauern einen Freund. Er hätte Besseres verdient gehabt, und wir ehren ihn, indem wir sein Schicksal bedenken.