Technologie des Untergangs

Von Thomas Bez
28.05.2013 08:25 UTC neu
im Weblog Tedesca

Artikel auf FAZ.NET: Fracking - müssen wir da mitmachen?

Tief unten in der Erdkruste liegt viel mehr Gas als vermutet. Die Amerikaner fördern es begeistert, die Energiewelt steht Kopf. Nur die Deutschen sperren sich.

 

Für eine im 21. Jahrhundert absurde Form der stationären Energieerzeugung (irreversibles Verbrennen organischer Substanzen zwecks Gewinnung der chemischen Bindungsenergie) greift die Menschheit auf Bestände zu, die angeblich für (gerade einmal!) drei Generation reichen, verwendet dafür aber eine Methode, die unsere Umwelt für zahlreiche weitere Generationen zerstören kann. Man nennt das Raubbau. Es wird bei uns bald so aussehen wie in einigen Regionen Chinas.

Energie bedeutet Fortschritt, und ich halte Fortschritt für etwas Gutes. Wenn die Nachhaltigkeit der Energiequelle wenigstens in der gleichen Größenordnung liegen würde wie die Nachhaltigkeit der Gefahren, die sich aus ihrer Erschließung ergeben, wären Nutzen und Risiken gegeneinander aufrechenbar. So war es schon immer, das ist normal, wenn man Fortschritt will. Das Mißverhältnis beim Fracking ist so eklatant, daß es sich als Technologie des Untergangs offenbart.

Kernenergie (heute aus Kernspaltung, in einigen Jahrzehnten aus Fusion) ist die derzeit einzige ökonomisch sinnvolle und ökologisch vertretbare Form der stationären Energieerzeugung. Aber damit bin ich ziemlich allein in einer Gesellschaft deren Zukunftsmut auf das Niveau des 18ten Jahrhunderts zurückgefallen ist und die beim Thema Kernenergie auf die Assoziationen Tschernobyl und Fukushima gedrillt wurde. Die Technik unserer Energiegewinnung wird so vorgestrig sein wie die Gesellschaft, in der wir leben.