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Tip des Tages:

Bei langsamer Internetverbindung werden nicht alle Bilder angezeigt mehr…


Der Treck nach Norden (2)

Von Thomas Bez für Welt
18.06.2017 15:19 UTC neu
im Weblog TedescaNet


Acht Monate nach dem ersten Transport sind wir nun endgültig auf unserer Insel angekommen. Diese Woche fuhren die Lastzüge mit allem Hausrat.

Dazwischen liegen unsere Planung des Sanierungsprojekts über die Wintermonate, die Auswahl lokaler Handwerksfirmen, die Arbeiten der Gewerke seit März an Haus und Infrastruktur sowie etliche Verbesserungen im Außenbereich.

Wir konnten nach einem rauhen Frühjahr den Beginn unseres ersten Sommers hier genießen. Auch mit zeitgemäßer Heizung (vor zwei Wochen wurde der Flüssiggastank in die Erde versenkt) verläuft das Leben hier enger entlang den Jahreszeiten.

Die Abende hier sind still und die Nächte dunkel. Wir sehen die silbernen Streifen der Flugzeuge in 10.000 Metern Höhe: von Hongkong nach London, von Frankfurt nach Tokio. Und heiteren Sinnes können wir bemerken, daß uns diese Orte nichts mehr angehen, gerade so wie Berlin, die Stadt, das Irrenhaus. Auch viele Nachrichten des Tages sind hier nicht relevant, verlieren sich gar im Bereich des Irrealen, und wir fragen uns, was davon wir überhaupt zur Kenntnis nehmen sollen.

Wenn es ein richtiges Leben im falschen gibt, ist hier ein Ort dafür.

 

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Es gibt gewichtige Gründe pessimistisch zu sein

Von Thomas Bez für Welt
26.05.2017 08:00 UTC neu
im Weblog TedescaNet

Artikel auf FAZ.NET: Verleugnung des Offensichtlichen

Es gibt keine einfache Antwort auf die Frage, wie sich eine liberale Gesellschaft gegen eine gewalttätige Ideologie am besten zur Wehr setzt. Großbritannien zeigt aber gerade, wie es nicht gelingt.

 

Unseren westeropäischen liberalen Gesellschaften sind die natürlichen Reflexe, den Feind als Feind zu erkennen, abhanden gekommen und damit die Fähigkeit, sich ihrer Feinde zu erwehren. Es ist irrelevant, ob man die Feindschaft aus den Lehren eines konsequent zuende gedachten irregeleiteten Islam folgert oder sie als Ausdruck eines noch fundamentaleren Kampfes der Kulturen, jenseits religiöser Verortung, sieht. Diese intellektuelle Operation vollziehen unsere Gesellschaften nicht, sondern sie ergehen sich mehrheitlich (je urbaner, desto schlimmer) im Konsum der Wonnen einer außer Kontrolle geratenen Globalisierung, die wir Westeuropäer erfunden haben, die sich aber längst gegen uns selbst gewendet hat. Not täte eine sanktionsbewehrte und von breitem gesellschaftlichen Konsens getragene Unterscheidung nach assimilationswilligen und -fähigen Fremden und solchen, die niemals Teil unserer Gesellschaften werden. Solange wir solchen Konsens nicht erreichen, haben wir noch weiter zu leiden.

 


Jede Diskriminierung schwächt nur das System selbst

Von Thomas Bez für Welt
03.05.2017 06:42 UTC neu
im Weblog TedescaNet

Artikel auf FAZ.NET: Wer soll die erste Sitzung des Parlaments leiten?

Geht es nach Norbert Lammert leitet nicht der älteste, sondern der dienstälteste Abgeordnete die erste Sitzung des neu gewählten Bundestags. Viele vermuten dahinter einen Anti-AfD-Plan. Wäre das illegitim?

 

Der Autor verwechselt legal und legitim. Winkelzüge mögen legal sein, Legitimität schaffen sie nicht. Jene ist auf Seiten der AFD als Opposition durch Volkes Willen. Natürlich kann der Bundestag seine Geschäftsordnung ändern, und so lange es in ihm noch keine Oppostion gibt, könnte er das sogar einstimmig tun. Er könnte auch verfügen, daß neue Parteien im Parlament, deren Name mit A beginnt, keinen Sitzplatz bekommen und zu stehen haben. Der Abgeordnete ist dem Autor nicht einmal die Nennung seines Namens wert. Für die AFD als Bewegungspartei in derzeitiger Fundamentalopposition, wofür der Kölner Parteitag den Weg wieder frei gemacht hat, ist es nur von Vorteil, wenn Wilhelm von Gottberg die Alterspräsidentschaft aberkannt wird. AFD und Neue Rechte sollten diesen Vorgang gehörig propagandistisch ausschlachten. Von Gottberg und am besten die gesamte AFD-Fraktion sollte der durch den dienstältesten Abgeordneten geleiteten eröffnenden Sitzung stehend und schweigend folgen.

 


Wider eine Spaltung der AFD

Von Thomas Bez für Welt
22.02.2017 08:56 UTC neu
im Weblog TedescaNet

Artikel auf "Eigentümlich frei", EF-MAGAZIN.DE: Als „nette“ AfD in die Bedeutungslosigkeit?

Ausschlussverfahren gegen Björn Höcke und ein Déjà-vu - Die deutsche Rechte würde um 27 Jahre zurückgeworfen

 


Foto von Olaf Kosinsky/Skillshare.eu
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:
2015-07-04_AfD_Bundesparteitag_Essen_by_Olaf_Kosinsky-206.jpg

Daß der Vorstand der AFD mehrheitlich beschlossen hat, Höcke auszuschließen, ist noch nicht einmal das Schlimmste, was der AFD passieren konnte. Man stelle sich vor, Höcke erklärte jetzt freiwillig seinen Austritt aus der AFD. Damit wäre die Partei auf einen Schlag zumindest im Osten, wo sich die die AFD in der Sonntagsfrage noch immer bei 20-25% bewegt, marginalisiert. Oder glaubt die AFD im Ernst, daß diese Zustimmungsraten Petry und ihrem Partner in NRW zu verdanken sind, nicht Höcke, Poggenburg und Gauland?

Es ginge aber noch schlimmer, denn Höcke könnte nicht nur hinschmeißen, sondern erklären, daß er eine eigene nationalkonservative Partei zu gründen gedenkt. (Die Ehre der Beobachtung durch die Organe des Systems wird ihm ja eh schon zuteil.) DAS wäre die Katastrophe für die AFD. Freilich wäre es zu spät, diese neue Partei für die Wahl in sechs Monaten in Stellung zu bringen, aber die Motivation, eine kompromißlerische AFD zu wählen, wäre zum Teufel. Wir, der wir 20 Jahre lang CDU gewählt haben, haben uns auch nicht nach nur einer Alternative gesehnt, die "Alternative" heißt, und der man aber nicht trauen kann, daß sie auch eine Alternative bleiben wird. Und die gerade mal über den Anschein eines Programms verfügt, welcher nota bene zur Hälfte purer Sozialismus ist, was bei jedem Libertären (Wir sind doch hier bei EF, oder?) eigentlich heftige Abstoßungsreaktionen hervorrufen müßte.

Mancher Spaßvogel mag sich sogar denken, nun ganz besonders taktisch zu sein und jetzt SPD zu wählen, auf daß aus der Tragödie eine Farce werde, die nach halber Legislaturzeit an der Realität zerbrechen möge. Aber abgesehen davon, daß Gott uns auch vor 2 Jahren Rotgrün behüten möge: Bitte keine Hoffnungen hegen, denn dieser Staat hat noch nicht einmal angefangen, gegen seine inneren Gegner wirklich brutal vorzugehen.

So bleibt also, daß wir die Wahl haben zwischen (1.) einer Alternative, die möglicherweise eine Nicht-Alternative ist, aber wenigstens vorerst noch mit dem nationalen Flügel, (2.) unsere Stimme zu verschwenden an eine marginalisierte Nicht-Alternative ohne ihren nationalen Flügel oder aber (3.) gar nicht wählen.

Nein, es wird bei Alternative eins bleiben, und natürlich werden wir AFD wählen, wen denn sonst, denn man darf seine Stimme nicht wegwerfen, auch wenn sie nicht der Art Opposition dienen wird, die wir uns erträumt haben und die dieses Land eigentlich in seinem Parlament bräuchte. Zwar wird die AFD nicht mehr bei 20% Stimmenanteil deutschlandweit landen, wofür sie in ihrem Zustand vor drei Monaten noch gut gewesen wäre. Es wird eher bei 12% bleiben, aber damit wenigstens drin und sogar weit vor allen radikalen Splitterparteien. Und wir dürfen uns gewiß in den kommenden vier Jahren noch auf eine wesentlich breitere Auffächerung des Oppositionsspektrums gefaßt machen. Der Stein ist wenigstens schon einmal ins Rollen gekommen.


*     *     *

Wir verstehen nicht, warum mancher noch immer um den Schandmals-Punkt kreist. (Welcher sowieso nur mit Mühe mißzuverstehen ist, wie an der ganzen Rede nichts doppeldeutig ist, und alle Propaganda drumherum baut darauf auf, daß 95% die Rede eh nie im Internet zur Kontrolle nachhören oder -lesen werden.) Dieses Leckerli hat sich doch schon der Gegner geholt und kaut seit Wochen darauf herum.

Wir würden da doch lieber auf die Interpretation von Herrn Rogler zurückverweisen und außerdem, als eher praktischen Zugang zu den Vorgängen in der AFD, folgende Interpretation der Ereignisse vorschlagen:

Es gibt Parteien, die es ganz gut schaffen, ein breitgefächertes Band von Auffassungen innerhalb des ideologischen und tagespolitischen Zielkorridors der Partei zu integrieren. Die CSU zum Beispiel. Oder widerstrebende Flügel von Realos und Fundis, wie die Grünen, praktisch vom ersten Tag an. Traurig, daß man der AFD die Grünen als Beispiel vorhalten muß.

Es darf gern jemand analysieren, ob die Grünen (A) mit nur noch Realos, (B) mit nur noch Fundis oder (C) sowieso nicht besser als heute mit ihren prekären 7% dastünden. Aber egal wie prekär auch die Grünen sind, alle gegenwärtigen Bundestagsparteien machen ihre Politik. Das Wechselspiel von Realos und Fundis scheint funktioniert zu haben. Auf diese Weise prekär darf die AFD gern werden, wenn ihr Ziel erreicht ist.

Warum wohl hat der AFD-Vorstand nach der Rede vom 17. Januar nicht die Füße still gehalten, hat sich nicht mit ein paar dürren Worten hinter Höcke gestellt und den Shitstorm vorüberziehen lassen? Warum mußte eine Gruppierung innerhalb des Vorstands, nachdem die nach Höcke-Reden notorische Empörungswelle schon wieder abebbte, zum Parteiausschlußverfahren ansetzen? Etwa, weil die Mehrheit des AFD-Vorstands meinte, etwas ausbügeln zu müssen, um nette Leute nicht zu verschrecken? Leute, die die alte CDU wiederkriegen wollen, was heißt, die CDU vor der Ära Merkel? Oder die CDU, wo sie vor zwei Jahren stand, als sie 2011 und 2012 schon die Zukunft Deutschlands schon unterminiert hatte mit dem voluntaristischen Ausstieg aus der Kernenergie ("Energiewende"), EFSF ("Rettungsschirm"), Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht und ESM (noch mehr Rettungsschirm), aber zum letzten großen Schlag gerade erst ausholen wollte? Oder Wähler, die sich nur gegen die unkontrollierte Einwanderungspolitik der CDU stellen, am Rest aber nichts auszusetzen haben?

Wohl kaum war das der Grund für den Aktionismus. Vielmehr: Höcke hält der AFD den Spiegel vor, welche Art von Partei sie werden würde, ließe sie sich erst vom System aufsaugen und integrieren. Ganz dialektisch erkennt er, daß jede Partei früher oder später in Oligarchisierung und Erstarrung endet. Er will, daß das im Fall der AFD erst geschieht, wenn die Mission erfüllt ist. Für eine Alternative, die wir wählen werden, können wir weniger nicht wünschen.

Er benutzt dafür die Figur, es gäbe "keine Alternative im Etablierten". Gibt es daran Zweifel? (Natürlich werden zahllose Leute meinen, daß das Etablierte bunt und vielfältig ist und in seiner ganzen Alternativlosigkeit zahlreiche Optionen bereithält. Aber das ist ja hier ein geschlossenes Forum, und wer das hier glaubt, hat vermutlich das falsche Magazin erwischt.) Höcke verwendet die Begriffe "strukturelle" und "inhaltliche Fundamentalopposition". Erstere können wir nicht gebrauchen, denn die AFD muß ins Parlament. Letztere bedeutet, daß sie dort unkorrumpierbar bleiben soll. Oder was ist an den Worten "inhaltliche Fundamentalopposition" nicht zu verstehen?

Höcke weist sich damit, wie mit seinen anderen Reden auch, als "Fundi" aus. Kein überraschender Befund. Und nichts Ehrenrühriges ist daran. Fundis taugen wohl selten fürs große parlamentarische Geschäft, aber da will Höcke ja angeblich auch nicht hin. Fundis sind das Gewissen der Partei und könnten sogar ihr Blitzableiter sein. An den Fundis kann sich die politische Konkurrenz abarbeiten, die eigenen Realos können sich an ihnen etwas die Krallen wetzen. Sie sollten eigentlich froh sein, daß sie ihn haben.

Wie sehr Höcke auf dieser Hausveranstaltung der Jungen Alternative (Höcke ist ja kein Nestbeschmutzer - oder ekelt sich die AFD jetzt auch vor ihrer JA?) zwei Drittel des Vorstands getroffen haben muß und wie fraglich künftige inhaltliche Fundamentalopposition seitens der AFD ist, kann man genau jetzt erkennen - just an ihrem Verhalten im Fall dieser Rede.

Ja, Konservative, auch die libertäre Fraktion unter diesen, sind... eher vornehme Menschen. Jedenfalls die meisten von ihnen. Opposition zu sein liegt nicht gerade in ihrem Genom. Gegen herrschende Verhältnisse angehen widerstrebt ihnen eigentlich. Vermutlich deshalb klingt "Fundamentalopposition" in den Ohren vieler so schrecklich.

 


Intellektuelle vs Trump

Von Thomas Bez für Welt
09.02.2017 19:48 UTC neu
im Weblog TedescaNet

Artikel auf FAZ.NET: Make intellect great again!

Amerikas Intellektuelle sind nicht schuld an Donald Trump, denn einen öffentlichen Diskurs hat es dort nie gegeben. Vielmehr steckt die Demokratie selbst in einer Krise.

 

Den Verstand wieder groß zu machen, jedenfalls in der öffentlichen Meinungsdebatte, ist eine Forderung, der wir uns unbedingt anschließen wollen.


By Gage Skidmore, CC BY-SA 3.0
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=41080831

Noam Chomsky, by Duncan Rawlinson
https://www.flickr.com/photos/thelastminute/97182354/in/set-72057594061270615/
CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1194102

Gibt es denn noch Intellektuelle diesseits des Atlantik? Ist dem Kommentator aufgefallen, daß alle Genannten außer Badiou schon tot sind? (Wir haben das mithilfe von Wikipedia verifiziert.) Gut, freilich gibt es noch Intellektuelle, aber die uns einfallen in Deutschland sind eher Konservative oder Neue Rechte (keiner davon jedenfalls links von Sloterdijk) und ganz gewiß nicht die, die dem Kommentator vorschweben, wenn sein Kriterium für einen Intellektuellen ist, daß dieser eine "politisch-moralische Instanz mit gesellschaftlicher Resonanz" ist. (Letzteres wohl ein anderer Ausdruck für geistigen oder geistlosen Mainstream, wo wir heute beim besten Willen niemanden erkennen können, der ein Intellektueller genannt zu werden verdient.)

Die Liste der Amerikaner, die der Kommentator in die Schublade "Intellektuelle" tut, sieht aber auch nicht aus, als wären ihm massenhaft Beispiele eingefallen. Und Chomsky, der links, sogar wahrhaft links und eines ganz gewiß nicht ist: Mainstream, und den wir schon seit unseren Studienzeiten vor 30 Jahren verehren und ohne Zögern einen wirklichen Intellektuellen nennen würden, ist auch kein guter Zeuge gegen Trump. Denn bei all seiner legitimen Ablehnung des neuen Präsidenten (die aber auch nur graduell größer zu sein scheint als seine Abneigung gegen Clinton) vertritt er eine sehr differenzierte Auffassung, welche Gründe zum Sieg Trumps geführt haben, und spricht die Hoffnung offen aus, daß der Weg zu neu geordneten Beziehungen zwischen Amerka und Rußland jetzt offen ist, die die Welt sicherer machen könnten. Und daß eine Emanzipation Europas (und wenn er Europa sagt, klingt es fast schon wie Abendland) von Amerika einen Abbau der Spannungen und in fernerer Zeit den Übergang zu einem eurasischen (sic! wie der russische Intellektuelle Dugin) Sicherheitssystem jenseits der Militärbündnisse zur Folge haben könnte. Süßer die Glocken nie klangen. Man genieße das Interview bei Truthout, wenige Tage nach der Wahl im letzten November. So viel Klarblick oder wenigstens Vision würde man sich von ein paar mehr wahren oder Möchtegern-Intellektuellen diesseits und jenseits des Atlantik sowie diesseits und jenseits des Styx wünschen.

 


Meinst du, die Russen wollen Krieg?

Von Thomas Bez für Welt
07.02.2017 22:32 UTC neu
im Weblog TedescaNet

Artikel auf FAZ.NET: Vor dem Grauen des Morgen

Ein herrliches Foto kursiert in russischen sozialen Medien: Zwei Ladys im Café, Leningrad 1941, einen Monat, bevor die Deutschen die Sowjetunion überfielen. Über den unsichtbaren Vorschein.

 


Jewgeni Jewtuschenko
by Cybersky - Own work, CC BY-SA 3.0
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7843853

Meinst du, die Russen wollen Krieg? - Jewgeni Jewtuschenko

Antwort von Gisbert Heimes:

Nein. Putin wollte mit seiner Rede im Jahr 2001 im Deutschen Bundestag (Youtube) ins Europäische Haus. Er hat den Antrag 2010 mit dem Angebot 'einer Wirtschaftszone von Lissabon bis Wladiwostok' wiederholt. Spätestens da schrillten in Washington die Alarmglocken, mit den bekannten Folgen Ukrainekrise, Krim-Sezession und Sanktionen.//PS: Liebe Redaktion, vielen Dank für den Artikel und das Foto. Insbesondere das Foto - obwohl Schwarz-Weiß - vermag vielleicht einen Hauch von Farbe in die grauen historischen Kenntnisse des einen oder anderen Russland-Phobikers zu bringen.

Unsere Erwiderung:

Herzlichen Dank, Herr Heimes. Genau so war unser Jewtuschenko-Zitat gemeint. Seit sich Stalin schon 1924 für die Doktrin des Sozialismus in einem Land entschied, verfolgt die eurasische Regionalmacht Sowjetunion bzw. Rußland (was immer sie auch ihren inneren vermeintlichen und wahren Gegnern antat und antut) eine reduzierte Hegemonialpolitik, die darauf ausgerichtet ist, den Fortbestand und die Integrität der eigenen multiethnischen Nation sicherstellen. Die Frage nach den Jahren 1945 bis 1989 in diesem Zusammenhang zu stellen, wäre naiv. Vor dem Hintergrund der Nato-Osterweiterung in den 2000er Jahren wird klar, daß der russischen Nation ohne ihre osteuropäische Domäne die Vernichtung in den 1950er Jahren geblüht hätte. Uns scheint, es sind gar eher die Leute aus dem Osten, die das am ehesten verstehen, obwohl sie noch den meisten Anlaß aus früheren Erfahrungen hätten, an hehren Absichten der Russen zu zweifeln.

 


Die Abnutzung der Worte

Von Thomas Bez für Welt
06.02.2017 18:40 UTC neu
im Weblog TedescaNet

Artikel auf Cicero: Versuchter Wortmord

In der Politik ist die Wortwahl entscheidend. Ein gutes Wort für eine gute Sache zu finden, darauf kommt es an. Schlechte Worte können hingegen töten, zum Beispiel eine gesunde Diskussionskultur. Das zeigt die Neuschöpfung „neurechts“.

 

Wer sich zur Neuen Rechten zählt, muß sich freimachen von jeder Scheu, Neuer Rechter auch genannt zu werden. Er darf sich nicht einmal scheuen, ein Nazi genannt zu werden. Dieses Wort wird zunehmend seiner Bedeutung entkleidet und hat in der öffentlichen Debatte seine Unterscheidungskraft verloren wie viele andere Worte auch, zum Beispiel "Haß" oder "Flüchtling". Ein Neuer Rechter kann in unserer Zeit, da die Sprache "linksliberal" okkupiert und das Meinungsklima "linksliberal" dominiert ist, per se kein Mitläufer sein. (In Anführungszeichen, weil das, was heute linksliberal genannt wird, selten liberal ist und meist nicht einmal links.) Es steht keine Lagerhaft auf Rechtssein, und Schweigen kann für ihn nicht infrage kommen, denn zu schweigen ist Sache der Mitläufer. Es gibt keine heimlichen Neurechten und Worte töten mitnichten. - Den Begriff Neue Rechte haben im übrigen nicht deren Gegner erfunden und die Nouvelle Droite gab es schon lange bevor George W. Bush Präsident war.

 


Karriere als freiberuflicher Aktivist

Von Thomas Bez für Welt
04.02.2017 10:08 UTC neu
im Weblog TedescaNet

Artikel auf Cicero: „Es war die Überheblichkeit, die uns scheitern ließ“

Antoinette Hage hat sich für die Remain-Kampagne in Großbritannien und für Hillary Clinton im US-Wahlkampf eingesetzt. Nach dem Brexit-Votum und dem Sieg Donald Trumps spricht sie von „fundamentalen Fehlern“, die in beiden Kampagnen gemacht worden seien. Antoinette Hage ist freiberufliche Aktivistin in London.

 

Sehr geehrte Frau Hage, ich bin freiberuflicher Ingenieur und würde mich gern verändern. Ich lese hier zum ersten Mal die Berufsbezeichnung "freiberuflicher Aktivist" und habe mit Interesse Ihr LinkedIn-Profil studiert. Solch eine Laufbahn könnte mich auch interessieren. Hätten Sie ein paar Tips für mich? (1.) Wie sind denn die Einkommensaussichten, also zum Beispiel das Band üblicher Tagessätze? (2.) Verhandelt man seine Konditionen direkt mit dem Auftraggeber oder werden Personalvermittler eingeschaltet? Welche Margen für die Vermittler sind üblich? (3.) Angesichts Ihrer Erfolgsquote im letzten Jahr gehe ich davon aus, daß in dieser Branche eher auf Basis von Dienst- und nicht von Werkverträgen gearbeitet wird. Ist das richtig? (4.) Gibt es gute Haftpflichtversicherungen, die auch bei grenzwertigen Einsätzen einspringen? (5.) Falls Sie z.B. in UK für einen Einsatz engagiert sind, dessen Ziel ist, die USA zu destabilisieren (also das Lieferland ein anderes ist), fällt in diesem Fall Umsatzsteuer an?

 


Ausgewogene Analyse, was passieren kann, wenn Bürokratie auf libertären Eigensinn trifft

Von Thomas Bez für Welt
02.02.2017 23:32 UTC neu
im Weblog TedescaNet

Artikel auf FAZ.NET: „Das ist ein Angriff auf den Rechtsstaat“

Ein Bauer, der seine Tiere nicht ordnungsgemäß hielt, hat den Leiter eines Veterinäramtes niedergeschossen. Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistags, sagt: Kein Einzelfall, sondern trauriger Höhepunkt eines gesellschaftlichen Trends.

 


Screenshot

Wir wissen nicht, was der Bauer seinen Rindern, Schafen und Pferden durch unsachgemäße Haltung angetan hat. Es muß etwas Grausames gewesen sein.

Wir sehen am Bild: (1.) daß der Bauer nicht mehr alle Latten am Zaun hat, (2.) daß er seinem Hof beigebracht hat zu sagen: "Wir wollen in Ruhe gelassen werden." Das hat der Bauer gewiß auch schon dem Veterinäramt gesagt, aber das ist absurd, denn die vornehmste Aufgabe jeder Art Amtes (Bau, Veterinär, Verfassungsschutz usw. usf.) ist es, die, deren es habhaft wird, nicht in Ruhe zu lassen und sich mit größtem Engagement für sie einzusetzen.

Auch Nachbarn mögen keine Nachbarn, die nur in Ruhe gelassen werden wollen. Da gibt es schnell mal eine Anzeige. Aber es ist ja nur zum Besten des Bauern, denn den 8000 Gesetzen und Regelungen, die für seinen Fall gelten, muß Respekt und Geltung verschafft werden. Aber wie soll das der Bauer verstehen, er hat ja, wie wir sahen, nicht alle Latten am Zaun. Trotzdem, solch eine Überreaktion, das geht ja gar nicht.

 


Ja

Von Thomas Bez für Welt
02.02.2017 19:11 UTC neu
im Weblog TedescaNet

Artikel auf FAZ.NET: Droht ein Wirtschaftskrieg?

Für Donald Trump ist der globale Wettbewerb ein Wirtschaftskrieg zwischen Nationen, in dem des einen Gewinn des anderen Verlust ist. Die Antwort aus Deutschland muss noch bessere Qualität sein, vor allem aber eine bessere Wirtschaftspolitik.

 

So einfach, schlüssig, wahr läßt sich das in acht Absätzen zusammenfassen. Und doch das erste Mal, daß wir die Freude haben, es in der deutschen Qualitäts-, System-, Mainstream- oder Wie-auch-immer-Presse so zu finden. Ein erstes Wetterleuten zum Zeichen, daß unsere Medienlandschaft, zumindest ihr traditionall konservativer Teil, eines Tages zur Normalität zurückfindet? Egal, ob wir Trump mögen oder verabscheuen, ob wir globales Wirtschaften für ein Nullsummenspiel oder ein Win-Win halten, ob wir den Menschenstrom Wirtschaftsmigranten oder Flüchtlinge nennen: Wir alle haben es mit einer fundamentalen Wende in der Globalpolitik zu tun, die niemand mehr aufhält. Da reicht es nicht, einen total überforderten Parlamentarier Bosbach nach Amerika zu schicken zum Kontakte knüpfen oder so, sondern wir brauchen eine Bis-September-Noch-Regierung, die den Kopf mal aus dem Sand zieht, insbesondere einen Regierungschef und einen Wirtschaftsminister, falls wir sowas gerade haben.

 



http://www.tedesca.net/weblog/blog/TedescaNet/2.html (2019-01-22T16:44:43+01:00)